Einkauf frisst die Erholung
Shownotes
Meldung 1: Importpreise Juni 2026
Die deutschen Importpreise lagen im Juni 2026 um 6,1 Prozent über dem Vorjahresniveau (Destatis). Der stärkste Treiber waren Vorleistungsgüter mit einem Anstieg von 10,3 Prozent gegenüber Juni 2025. Energie verteuerte sich um 23,9 Prozent. Im Detail bei den Vorleistungsgütern: Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug +27,5 Prozent, darunter Kupfer und Halbzeug +30,3 Prozent, Edelmetalle +34,5 Prozent. Kunststoffe in Primärformen +23,8 Prozent. Düngemittel und Stickstoffverbindungen +28,3 Prozent. Ohne Energiepreise stiegen die Importpreise um 4,3 Prozent.
Meldung 2: Inflationsrate Juli 2026 (vorläufig)
Die Inflationsrate in Deutschland wird im Juli 2026 voraussichtlich 2,8 Prozent betragen (nach 2,3 Prozent im Juni 2026). Fast der gesamte Anstieg stammt aus den Energiepreisen, die gegenüber dem Vorjahresmonat voraussichtlich um 8,3 Prozent stiegen (Juni 2026: +3,4 Prozent). Die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) beträgt voraussichtlich 2,4 Prozent. Die endgültigen Zahlen veröffentlicht Destatis am 12. August 2026.
Meldung 3: KfW-ifo-Mittelstandsbarometer Juli 2026
Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer stieg im Juli 2026 um vier Punkte auf minus 17,3 Saldenpunkte. Die Verbesserung zog sich branchenübergreifend durch, besonders stark im Verarbeitenden Gewerbe (+9,7 Punkte). Der Index bleibt dennoch deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt (der Nulllinie). Die Beschäftigungserwartungen stiegen um 4,1 Punkte auf minus 7,4 Punkte.
Kurz notiert: Hintergründe
- Mindestlohn 2027: Ab 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde (aktuell 13,90 Euro seit Januar 2026). Beschlossen per Fünfter Mindestlohnanpassungsverordnung durch das Bundeskabinett am 29. Oktober 2025, auf Empfehlung der Mindestlohnkommission vom 27. Juni 2025.
- LkSG/BAFA: Das BAFA stellt seit 1. Oktober 2025 die Prüfung von Unternehmensberichten nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) vollständig ein. Grundlage ist ein Kabinettsbeschluss vom 3. September 2025. Die internen Sorgfaltspflichten zur Risikoanalyse und Dokumentation bleiben unverändert bestehen. Indirekte Pflichten für Zulieferer großer Konzerne bleiben über deren eigene Nachweisketten wirksam.
- Industriebeschäftigung 2025: Die deutsche Industrie verlor 2025 netto 177.000 sozialversicherungspflichtige Stellen im Verarbeitenden Gewerbe (Bundesagentur für Arbeit). Davon entfielen 52.000 auf Automobilindustrie und Zulieferer, 28.000 auf den Maschinenbau, 24.000 auf die Metallindustrie.
Neuer Kommentar