Kurzarbeit, Fördermilliarden und die Lieferketten-Falle

Shownotes

KfW Halbjahreszahlen 2026: Wo das Geld landet und wo nicht

KfW Gesamtzusagen erstes Halbjahr 2026: 57,7 Milliarden Euro (+46 % gegenüber Vorjahreszeitraum). Inländische Förderung: 38,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 25,3 Milliarden Euro). Mittelstandsbank gesamt: 16,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 10,2 Milliarden Euro). Davon Klimawandel und Umwelt: 11,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,3 Milliarden Euro, mehr als verdoppelt). Davon Gründung und Unternehmensinvestitionen: 3,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,3 Milliarden Euro).

ERP-Förderkredit KMU (Programm 365/366): finanziert 100 % der Investitionskosten ohne Eigenkapitalpflicht (sofern Bonität gegeben), nutzbar auch für Betriebsmittel und Unternehmensübernahmen. KfW-Förderkredit Mittelstand (375/376) für größere Mittelständler bis zu 25 Millionen Euro, gleiche Palette. Die KfW bietet mehr als 20 aktive Förderangebote für Betriebe, Gründer und Handwerker.

Neue Kreditinstrumente Energieinfrastruktur (Deutschlandfonds, ab 3. August 2026): Investitionskredit Energieversorgung und KfW-Konsortialkredit Energieversorgung.

Kurzarbeit: Die 24-Monate-Frist und was ab Januar 2027 gilt

Die Vierte Verordnung über die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld (4. KugBeV) gilt seit dem 1. Januar 2026 und verlängert die maximale Bezugsdauer auf 24 Monate, längstens bis zum 31. Dezember 2026. Ab dem 1. Januar 2027 gilt die reguläre gesetzliche Bezugsdauer von 12 Monaten, sofern keine neue Verordnung beschlossen wird. Das gilt auch für Betriebe, die die 24 Monate bis dahin noch nicht voll ausgeschöpft haben.

Wichtige Detailregeln: Die Bezugsdauer beginnt mit dem ersten Kalendermonat, für den Kurzarbeitergeld gezahlt wird. Bei einer Unterbrechung von drei oder mehr aufeinanderfolgenden Monaten ohne Kurzarbeitergeld beginnt eine neue Bezugsdauer. Kurzarbeitergeld beträgt 60 % des pauschalierten Nettoentgeltausfalls, bei Beschäftigten mit mindestens einem Kind 67 %.

Arbeitsmarkt Juli 2026: Gesamtarbeitslosigkeit stieg saisonbedingt um 71.000 auf 3.007.000 Personen; saisonbereinigt +6.000. Arbeitslosenquote: 6,4 %. Im Mai 2026 bezogen nach vorläufigen hochgerechneten Daten 126.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Im Juli wurden für rund 25.000 Personen neu konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt (Meldezeitraum 1. bis 27. Juli 2026).

Für die Fachabteilung: Zugangsvoraussetzungen, Antragsmodalitäten und aktuelle Merkblätter (Merkblatt 8a, gültig ab Januar 2026) bei der Bundesagentur für Arbeit: arbeitsagentur.de/kurzarbeitergeld

EU-Lieferkettenrichtlinie CSDDD nach Omnibus I: Was gilt, was nicht, was trotzdem kommt

Die Änderungsrichtlinie (EU) 2026/470 (Omnibus I) wurde am 26. Februar 2026 im Amtsblatt der EU veröffentlicht und ist am 18. März 2026 in Kraft getreten. Neue Schwelle: nur Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten UND mehr als 1,5 Milliarden Euro weltweitem Nettoumsatz fallen direkt in den Anwendungsbereich. Direkte Anwendung für Unternehmen erst ab 26. Juli 2029 (gestaffelte Wellen entfallen). Deutschland muss bis 26. Juli 2028 ein neues nationales Gesetz verabschieden ("Gesetz über die internationale Unternehmensverantwortung").

Das bestehende LkSG gilt bis zur Ablösung weiter, allerdings ohne BAFA-Berichtsprüfung (eingestellt zum 1. Oktober 2025, Kabinettsbeschluss September 2025). Sorgfalts- und Dokumentationspflichten für direkt erfasste Unternehmen bleiben bestehen. Indirekte Betroffenheit für KMU als Zulieferer: Fragebögen, Verhaltenskodizes und Vertragsklauseln von Großkunden bleiben das operative Instrument. EU-Geldbußen für Verstöße: maximal 3 % des weltweiten Umsatzes; die EU-einheitliche zivilrechtliche Haftungsgrundlage wurde durch Omnibus I gestrichen.

Zahl des Tages: 35.000 weniger gemeldete Ausbildungsstellen

Im Juli 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit insgesamt 437.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 35.000 weniger als im Juli 2025. Davon waren 162.000 noch unbesetzt. Seit Oktober 2025 haben sich 418.000 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet (4.000 mehr als im Vorjahresmonat); 126.000 haben ihre Suche bis Juli erfolgreich abgeschlossen (11.000 weniger als im Vorjahr); 147.000 haben weder Stelle noch Alternative gefunden.

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