Nadelöhr, Nachweispflicht, Neuhardenberg

Shownotes

Rhein-Rekordniedrigwasser: Operative Folgen für Einkauf und Logistik

Seit dem 14. August 2026 liegt der Pegel Kaub im einstelligen Zentimeterbereich. Am 17. August wurde mit fünf Zentimetern ein neues historisches Tief erreicht, zwanzig Zentimeter unter dem bisherigen Rekord vom 22. Oktober 2018 (25 cm). An acht Messstellen lagen Pegelstände unter zehn Zentimetern, an mehreren sogar unter dem jeweiligen Pegelnullpunkt (Oberwinter minus 8 cm, Worms minus 19 cm, Emmerich minus 24 cm, Neuwied minus 26 cm).

Frachtrate Rotterdam/Amsterdam/Antwerpen nach Karlsruhe laut Argus: 215 Euro je Tonne (Rekord seit Beginn der Preisreihe 2012). Zum Vergleich: April 2025 rund 55 Euro je Tonne. Laut DIHK können Binnenschiffe bis zu 75 Prozent weniger Ladung transportieren. Zusätzliche Engstelle: Die rechtsrheinische Bahnstrecke ist bis 12. Dezember 2026 wegen Sanierungsarbeiten für den Güterverkehr gesperrt. Mehr als 80 Prozent des deutschen Binnenschiffs-Güterverkehrs verlaufen laut Statistischem Bundesamt über den Rhein.

Besonders betroffen sind Chemie-, Stahl- und Mineralölindustrie. Der geschätzte Wertschöpfungsausfall im dritten Quartal 2026 beläuft sich nach ersten Berechnungen auf ein bis zwei Milliarden Euro. Kraftstofftransporte verteuern sich regional spürbar.

Aktueller Pegelstand: pegelonline.wsv.de

EU-Verpackungsverordnung PPWR: Pflichten seit 12. August 2026

Die PPWR (VO EU 2025/40) gilt seit dem 12. August 2026 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten. Gleichzeitig trat in Deutschland das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) in Kraft und ersetzte das bisherige Verpackungsgesetz (VerpackG).

Ab sofort gilt: Für jede Verpackung muss eine EU-Konformitätserklärung (Declaration of Conformity) vorliegen, die die Einhaltung der Nachhaltigkeits- und Designanforderungen belegt. Betroffen sind nahezu alle Unternehmen entlang der Lieferkette, unabhängig von Größe und Branche, auch Onlinehändler und Importeure. Kleinstunternehmen unter zehn Mitarbeitenden und zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind von bestimmten Pflichten ausgenommen.

Online-Händler im Fernabsatz müssen in jedem EU-Zielland einen bevollmächtigten Vertreter benennen. Schadstoffgrenzwert: Summe aus Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertigem Chrom in Verpackungen maximal 100 mg/kg. PFAS-Beschränkungen für lebensmittelberührende Verpackungen greifen ebenfalls ab sofort.

Weitere Pflichtenstufen: Kennzeichnungspflicht ab 2028, Mindestrezyklatanteil und Recyclingfähigkeit ab 2030.

Merkblatt und Praxishilfen: IHK Schleswig-Holstein: PPWR-Pflichten ab August 2026

Kabinettsklausur Neuhardenberg: 25./26. August 2026

Das Kabinett Merz trifft sich am 25. und 26. August 2026 auf Schloss Neuhardenberg (Brandenburg). Tagesordnungspunkt: „Deutschland auf Kurs bringen", Schwerpunkt industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Schlüsseltechnologien. Eingeladen: Siemens-Chef Roland Busch, Cohere-CEO Aidan Gomez, Handwerkspräsident Jörg Dittrich (Impulsvortrag). Programmbestandteile: Drohnendemonstration (Tytan Technologies), BKA-KI-Präsentation, Zoll-App.

Laut Freiburger Subventionsbericht 2026 der Stiftung Familienunternehmen erhalten Mittelstand und Familienunternehmen gesamtstaatlich nur ein Achtel der Förderung, die Dax-Konzerne bekommen. DZ-Bank-Befragung (Basis: über 1.000 Firmeninhaber und Geschäftsführer): Im Frühjahr 2026 waren 62 Prozent der Befragten zuversichtlich, zuletzt noch 39 Prozent. IWF-Prognose BIP-Wachstum Deutschland 2026: 0,7 Prozent.

Zahl des Tages: fast 118 Milliarden Euro Bundesinvestitionen 2027

Regierungsentwurf Bundeshaushalt 2027 (Kabinettsbeschluss 6. Juli 2026): Im Kernhaushalt und den Sondervermögen stehen 2027 insgesamt fast 118 Milliarden Euro an Investitionsmitteln bereit (ohne finanzielle Transaktionen). 2027 ist das dritte Jahr in Folge mit Investitionen auf Rekordniveau. Schwerpunkte: Schiene, Straße, Forschung und Entwicklung (plus 60 Prozent gegenüber 2026 im Sondervermögen), Klimaschutz, Sicherheit. Parlamentsberatungen im Herbst 2026.

Gesamtausgaben Bundeshaushalt 2027: 555,4 Milliarden Euro (plus 5,9 Prozent gegenüber 2026). Davon rund 110 Milliarden Euro für Verteidigung, rund 42 Milliarden Euro für Zinsausgaben.

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