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Shownotes

Darum geht es heute

Zum Jahresbeginn 2026 standen in Deutschland knapp 49,5 Millionen Personenwagen. Das Durchschnittsalter lag bei 10,9 Jahren, ein neuer Rekord. Rein elektrisch fahren 4,1 Prozent. Die große Mehrheit hat weiterhin einen Verbrennungsmotor. BBT Automotive Components GmbH aus dem mittelfränkischen Weihenzell zeigt, wie ein Mittelständler aus diesem Bestand ein wachsendes Geschäft macht, das die öffentliche Erzählung für abgewickelt hält.

Akt 1: Was der Fahrzeugbestand wirklich zeigt

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat zum Stichtag 1. Januar 2026 exakt 49.486.487 zugelassene Personenwagen in Deutschland gezählt, ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Durchschnittsalter von 10,9 Jahren ist der höchste je gemessene Wert. Reine Elektrofahrzeuge (BEV) kommen auf 2.034.260 Fahrzeuge (4,1 Prozent, plus 23,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Benziner machen 59,3 Prozent des Bestands aus (29,34 Mio.), Diesel 27,0 Prozent (13,39 Mio.), Hybride 8,8 Prozent (4,36 Mio.). Die genauen Aufschlüsselungen stehen in den Shownotes.

Akt 2: Der Mechanismus hinter der Nische

Karl Heinz Beckers, Geschäftsführer der BBT Automotive Components GmbH (Gewerbering 12, 91629 Weihenzell), beschreibt im Interview mit Wirtschaftsforum, wie sein Unternehmen in den späten 2000er-Jahren das Wachstumspotenzial im Zündkabelgeschäft für ausgereizt hielt und seitdem wider Erwarten stark gewachsen ist. Der Mechanismus: Wenn eine Technik als auslaufend gilt, ziehen sich zuerst die Hersteller zurück, dann die großen Wettbewerber. Die Nachfrage verschwindet aber nicht im selben Tempo wie das Angebot. BBT beliefert heute auch den Klassiker-Markt mit Komponenten, die weder Hersteller noch andere Wettbewerber bereithalten. Teile der einfacheren Werkzeugproduktion wurden nach Asien verlagert, um im preissensitiven Ersatzteilmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Akt 3: Was das für den eigenen Betrieb bedeutet

Die Kernfrage für jedes Unternehmen mit einem Produkt, das intern als auslaufend gilt: Wie hat sich der Auftragseingang in den letzten drei Jahren tatsächlich entwickelt, nicht gefühlt? Und wer außer dem eigenen Haus beliefert diesen Markt noch? Beckers hält die Zukunft der Mobilität für ambivalent und empfiehlt technologieoffenes Denken. „Denn in zehn Jahren werden wir wahrscheinlich andere Teile verkaufen als heute." Jede Erntestrategie hat ein Ablaufdatum, der Bestand dreht sich. Der Fehler liegt darin, dieses Datum für dasselbe zu halten, das in einer Pressemitteilung steht.

Pkw-Bestand nach Antrieb zum 1. Januar 2026 (für Infografik/Newsletter)

  • Benzin: 29,34 Mio. (59,3 %)
  • Diesel: 13,39 Mio. (27,0 %)
  • Hybrid: 4,36 Mio. (8,8 %) Hinweis: Hybride mitgezählt, wenn Gesamtquote „Verbrenner" genannt wird
  • Elektro (BEV): 2,03 Mio. (4,1 %, +23,2 % zum Vorjahr)

Fachmann dieser Folge

Karl Heinz Beckers, Geschäftsführer BBT Automotive Components GmbH, Weihenzell. Interview: Wirtschaftsforum.de, 1. September 2026

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